Die „Musik der Alten Zeit” aus Saas Fee/Schweiz führte mit schmucken Uniformen aus der Zeit Napoleons den internationalen Trachtenumzug an. Damen trugen stolz ihre Sonntagstracht und lächelten unter „Schlupfkappen”, „Krandl” und „Rosenhüten”, während die Herren mit Gehrock, Weste und Hut eine gute Figur machten und freundlich grüßten. Es war ein herrliches Bild, das rund 3000 Besucher bei „Kaiserwetter” und einer fröhlichen Atmosphäre in Kappelrodeck genießen durften, als das 30. Ortenauer Kreistrachtenfest des Bundes Heimat und Volksleben stattfand und ein internationaler Trachtenumzug mit 2000 Teilnehmern und 60 Gruppen das „Sahnehäubchen” zu einem wunderbaren Festtag lieferte. Die Tarchten- und Volkstanzgruppe Kappelrodeck als Ausrichter des Trachtenfestes hätte sich zu seinem 25jährigen Jubiläum kein schöneres Fest machen können, als die Organisation für das Kreistrachtenfest zu übernehmen.

Denn ganz „Kappel” war den Tag über ein Trachtenparadies, froh gelaunte Kinder, Jugendliche und Erwachsene kamen in hübschen Trachten in die Achertalgemeinde und ein Wetter wie aus dem Bilderbuch sorgte für die passende „Sonnentracht” von oben. „Bei so vielen Trachten geht einem das Herz auf”, meinte Bürgermeister Klaus-Peter Mungenast, als er die Ehrengäste zum Empfang begrüßte, darunter Minister Willi Stächele, Franz Seiser als Vertreter des Landrats und die Bundestagsabgeordnete Elvira Drobinski-Weiß. Nicht zu vergessen die Kollegen Bürgermeister und Ortsvorsteher, die Vorsitzenden der Trachtenvereine und die Vertreter der Bund Heimat und Volksleben mit ihrem Präsidenten Alfred Vonarb, dem 1. Vorsitzender Gottfried Rohrer und der Geschäftsführerin Ursula Hülse. Auch der Vorsitzende des „Kappler” Jubiläumsvereins, Wolfgang Hund, begrüßte die zahlreichen Gäste und durfte viele Glückwünsche und Komplimente für ein Fest entgegen nehmen, das bestens vorbereitet war und von der Bevölkerung mit einer beachtlichen Besucherzahl honoriert wurde. Durch die Einbettung des Festes in die „Schwarzwälder Woche” erhielt das Kreistrachtenfest einen weiteren Akzent, so dass ganz „Kappel” zu einem tanzenden, klingenden und feiernden Dorf wurde (wir berichten noch).

Ob Trachtenträger aus der Schweiz, Portugal oder Bayern, aus dem Elsaß, dem Schwarzwald oder der Bergstraße, die Zuschauer durften einen farbenprächtigen Festzug mit Trachten in allen Variationen erleben. Dass sich auf der Ehrentribüne auch Gäste aus Nara, der ältesten Kulturstadt Japans, in ihrer typischen Tracht befanden, rundete den internationalen Charakter des Festes ab. Derweil grüßten die Kappelrodecker Gastgeber mit Blumenwappen und Erntewagen die Besucher, „Kappler” Trachtenkinder winkten aus einem liebevoll gestalteten Weinberg mit dem Schloss Rodeck, aber auch die „Hex vom Dasenstein” durfte auf dem dahin reitenden „Geißebock” nicht fehlen. Gut war, dass die Besucher am Marktplatz von Rainer Aalfeld und bei der Ehrentribüne von Ursula Hülse viele Informationen über die Trachten und das Brauchtum erhielten, das erfreulicherweise auch von vielen Kindern und Jugendlichen mit großer Begeisterung gepflegt wird. Dies war während des Festzuges und auf den sieben Festplätzen zu sehen, auf denen Gruppen tanzten, Trachtenkapellen eine zünftige Blasmusik spielten und die Besucher viel Freude an dem schönen Brauchtum hatten.
Bericht und Fotos von Roland Spether